ORF: Rettungseinsatz durch Drohne gefährdet.

Drohnenatlas Tirol: Das Land Tirol arbeitet derzeit an einem neuen, digitalen Drohnenatlas. Ziel ist es, Drohneneinsätze von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) im Krisen- und Katastrophenmanagement schneller, sicherer und koordinierter zu machen.

Der Atlas soll künftig zentrale Fragen beantworten: Wo sind Einsatzdrohnen stationiert? Welche Technik ist verfügbar? Wie ist das Personal qualifiziert? So lassen sich unbemannte Luftfahrzeuge (UAS) im Einsatzfall gezielter einsetzen – vom Waldbrand bis zum Murenabgang.

Inhalt:


Was ist der Drohnenatlas Tirol?

Der Drohnenatlas Tirol ist eine geplante, digitale Übersicht des Landes Tirol. Er soll alle im Sicherheitsbereich einsatzfähigen Drohnen von Behörden und BOS (z. B. Feuerwehren, Bergrettung) strukturiert erfassen – inklusive Standort, Fähigkeiten und Einsatzvoraussetzungen.

ProjektDigitaler Drohnenatlas Tirol
KoordinationLandes-Warn- und Lagezentrum Tirol (LWLZ) / Drohnen-Einsatzgruppe
ZweckKoordinierte, zielgerichtete Drohneneinsätze im Krisen- und Katastrophenmanagement
Geplante InhalteStandorte, Qualifikation des Personals, vorhandene Technik & Fähigkeiten
PraxisbezugRegelmäßige Einsätze u. a. nach Naturereignissen (Schadensdokumentation/Lagebild)

„Mit den gesammelten Informationen im Drohnenatlas kann der Einsatz von unbemannten Luftfahrzeugen noch zielgerichteter erfolgen.“

Thomas Geiler, Leiter des LWLZ

Tipp: Hier findest Du detaillierte Informationen zur speziellen BOS Drohnen Versicherung für Österreich.

Welche Daten soll der Atlas enthalten?

Laut den bisherigen Informationen soll der Drohnenatlas vor allem operative Details bündeln, die im Einsatzfall entscheidend sind – nicht als „Nice-to-have“, sondern als Grundlage für rasche Lagebilder und eine sichere Einsatzkoordination.

  • Stationierung/Standorte der verfügbaren Einsatzdrohnen
  • Fähigkeiten & Technik (z. B. Sensorik, Übertragung, Einsatzgrenzen)
  • Qualifikation des Personals und Trainingsstand
  • Verfügbarkeit bzw. organisatorische Zuordnung für die Anforderung

Wer nutzt den Atlas – und wofür?

Die Drohnen-Einsatzgruppe des Landes-Warn- und Lagezentrums (LWLZ) ist als zentrale Koordinationsstelle für Drohneneinsätze im Sicherheitsbereich genannt. Im Einsatzfall können hochauflösende Bilder direkt an die Einsatzleitungen übermittelt werden – bei Bedarf auch in Echtzeit. Das Team umfasst 13 Personen und wird laufend geschult – inklusive enger Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Bundesheer sowie Tiroler Einsatzorganisationen.

Ein konkretes Beispiel für die operative Relevanz: Im Jahr 2025 wurden 73 Drohnenflüge verzeichnet, unter anderem im Zusammenhang mit Bränden und Murenereignissen. Solche Einsätze profitieren besonders von schnellen Lagebildern, klarer Zuständigkeit und abgestimmten Sicherheitsprozessen.

Typische Einsatzfelder der Landesdrohnen

  • Schadensdokumentation und Lageerkundung nach Murenabgängen, Waldbränden oder Steinschlag/Felssturz
  • Flächendeckende Befliegungen & Beobachtung großer Einsatzräume
  • Unterstützung bei Erhebungen, z. B. Wildbestandsdokumentation (Wärmebild) oder Wildbachbegutachtung
  • Geplante Erweiterungen: Brückeninspektionen und Dokumentation von Flughindernissen (z. B. Materialseilbahnen)
  • Neue Schwerpunkte ab 2026: Lastentransport mit Drohnen und vollautomatisierte Erhebungsflüge von stationären Standorten (Monitoring)

Achtung: Privat genutzte Drohnen sind insbesondere für Einsatzorganisationen eine potentielle Gefahr. Hier findest Du gesammelte Drohnen Unfall Berichte.


Drohnenatlas vs. Drohnenkarte: Nicht verwechseln

Wichtig für die Suchintention: Der Drohnenatlas Tirol ist (nach aktuellem Informationsstand) ein Einsatz- und Koordinationsatlas für Behörden und BOS – er ist nicht automatisch eine öffentliche „Drohnenkarte Tirol“ für Freizeit- oder Standard-Gewerbeflüge.

Für die Flugplanung von privaten oder gewerblichen Drohnenflügen gelten weiterhin die veröffentlichten Geozonen, AIP/NOTAM und die jeweils gültigen Regeln. Gerade bei Großereignissen oder in sensiblen Bereichen kann es kurzfristig zu temporären Flugbeschränkungen kommen.

Passend dazu hier ein Beitrag zu Drohnen Flugverbotszonen in Österreich.

Was bedeutet das für Drohnenpiloten in Tirol?

Auch wenn sich der Drohnenatlas primär an Einsatzorganisationen richtet, hat das Thema indirekt Auswirkungen auf alle Drohnenpiloten in Tirol – vor allem in der Nähe von Einsätzen:

  • Niemals in Einsatzräume (z. B. Waldbrand, Sucheinsatz) hineinfliegen – auch „kurz für ein Foto“ kann Einsatzkräfte gefährden.
  • Vor jedem Flug Geozonen & temporäre Beschränkungen prüfen (insbesondere in Tirol mit häufigen Ereignislagen im Gebirge).
  • Eigene Dokumentation & Prozesse sauber halten: Registrierung, Kompetenznachweis (Drohnenführerschein) und Versicherungsstatus.

FAQ zum Drohnenatlas Tirol

Ist der Drohnenatlas Tirol öffentlich zugänglich?

Der Atlas wird als Werkzeug zur Einsatzkoordination beschrieben. Ob und in welcher Form Teile davon öffentlich verfügbar gemacht werden, wurde in den bisherigen Meldungen nicht konkretisiert.

Welche Organisationen sollen im Drohnenatlas erfasst werden?

Genannt werden Drohnen von Behörden sowie Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) – etwa Feuerwehren oder Bergrettung.

Warum ist ein Drohnenatlas im Katastrophenschutz sinnvoll?

Weil im Ereignisfall Zeit zählt: Wenn Standorte, Fähigkeiten und Qualifikationen zentral dokumentiert sind, können Drohnen gezielter disponiert, Doppelgleisigkeiten reduziert und Einsätze unter klaren Sicherheitsprozessen abgewickelt werden.

Welche neuen Einsatzbereiche sind für Tirols Drohnen geplant?

Neben klassischen Lageerkundungen werden auch Brückeninspektionen und die Dokumentation von Flughindernissen (z. B. Materialseilbahnen) genannt. Zusätzlich sind Lastentransport und automatisierte Monitoring-Flüge als neue Schwerpunkte erwähnt.


Quellen

Weiterführende Informationen: